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»Literaturtreff«

Eine Empfehlung für alle Freunde der schönen Literatur!

Die im Abonnement wöchentlich in Blindenkurzschrift erscheinende Zeitschrift »Literaturtreff« stellt ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen vor.

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Bücherauswahl 2021

(Wir behalten uns Änderungen vor.)

Marjana Gaponenko: Der Dorfgescheite: ein Bibliothekarsroman
München : Beck, 2018
Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch «Radio Gabriel» empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers «Dialogus maracolum». Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen.

Andrea Grill: Das Paradies des Doktor Caspari
Wien: Zsolnay, 2015
Seit zehn Jahren erforscht der Wiener Biologe Franz Wilhelm Caspari auf einer Insel in Indonesien die vermeintlich ausgestorbene Schmetterlingsart »Calyptra lachrypagus«. In und um sein Haus mit Garten, das Caspari von einem geheimnisvollen Privatier zur Verfügung gestellt wurde, züchtet er die winzigen Nachtfalter, deren Ernährung aus menschlichen Tränen besteht. Um diese zu bekommen, ist Caspari nicht nur Zaungast bei allen Begräbnissen der Insel, sondern versucht auch auf listige Weise, Freunde und Bekannte für die Tränengewinnung einzuspannen. Andrea Grill gelingt in ihrem Roman Erstaunliches: Sie verwandelt Vorgänge der Naturwissenschaft in einen Roman voller Witz und Sinnlichkeit.

Daniela Krien: Muldental: Erzählungen
Zürich: Diogenes-Verlag, 2020
Jeder Umbruch fordert Opfer. Auch eine friedliche Revolution. Daniela Krien erzählt von Menschen, deren Leben an einem Kontrapunkt der Geschichte ins Wanken gerieten. Sie erzählt von Orientierungslosigkeit und tiefer Verzweiflung. Doch diese Romanminiaturen gehen über das Schicksal des Einzelnen hinaus; sie zeichnen ein Bild des Menschen von heute. Ein Buch über das Trotzdem-den-Kopf-über-Wasser-Halten, über das Trotzdem-Weitermachen, über das Es-trotzdem-Schaffen.

Michael Morpurgo: Gefährten
Hamburg: Carlsen, 2013
»Gefährten« erzählt die bewegende Geschichte des Pferdes Joey, das 1914 an die Armee verkauft wird. Joey erlebt an vorderster Front die Schrecken des Ersten Weltkrieges, doch auch in den schwersten Stunden berührt er mit seinem Mut und seiner Zähigkeit die Menschen um ihn herum.

Marie Brunntaler: Das einfache Leben
München: Eisele, 2019
Die ungleichen Schwestern Elisabeth und Adele Kohlbrenner kehren mit fast 50 Jahren zurück auf den elterlichen Hof im Südschwarzwald. Dort leben sie im Einklang mit der Natur und begleichen eine Familienschuld, als sie sich trotz Widrigkeiten den Traum von einem Rosengarten in Höhenlage erfüllen.

Ludovic Escande: Auf eine Zigarette am Mont Blanc: wie ich den höchsten Gipfel der Alpen bestieg, obwohl ich dort nichts zu suchen hatte
München : Malik-Verlag, 2018
Ludovic Escande ist eingefleischter Großstadtmensch und eher in Cafés und Literatursalons als im Hochgebirge zu Hause. Als Lektor hat er höchstens vom Schreibtisch aus mit steilen Felswänden zu tun. Dies ändert sich, als er eine persönliche Krise durchlebt. Während einer langen feuchtfröhlichen Nacht gesteht er seinem Freund und Autor Sylvain Tesson, dass er ihn um seine Freiheit beneidet. Kurzerhand schlägt dieser vor, gemeinsam den Montblanc zu besteigen – und Escande sagt zu, obwohl er untrainiert ist, an Höhenangst leidet und leidenschaftlicher Raucher ist. Aus der Schnapsidee wird ein Berg-Abenteuer der anderen Art. Und eines der wohl unkonventionellsten und humorvollsten Bücher, die je über das Bergsteigen geschrieben worden sind.

Giosuè Calaciura: Die Kinder des Borgo Vecchio
Berlin: Aufbau-Verlag, 2019
Irgendwo im Süden, im Herzen der Stadt, wo die Menschen arm sind und das Gesetz der Straße gilt: Hier wachsen Mimmo, Cristofaro und Celeste auf. Sie haben Träume und Hoffnungen, obwohl ihnen der kindliche Blick längst abhandengekommen ist. Mimmos Vater, der Fleischer des Viertels, betrügt seine Kunden mit einer präparierten Waage. Cristofaros Vater, ein Trinker, schlägt seinen Sohn jeden Abend. Und Celestes Mutter Carmela, die Prostituierte des Viertels, schickt ihre Tochter auf den Balkon, wenn sie ihre Freier empfängt. Die drei Kinder haben ein Idol: Totò, Ganove, der besser schießt als jeder andere. Sie wollen so sein wie er, sie wissen nicht, dass auch Totò von einem anderen Leben träumt …

Sy Montgomery: Das herzensgute Schwein
Zürich: Diogenes-Verlag, 2020
Als eine Freundin ihr ein kleines Schweinchen in einem Schuhkarton überreicht, ahnt Sy Montgomery nicht, dass der neue Mitbewohner auf ihrer Farm in Kürze mehrere Zentner auf die Waage bringen sollte. Doch Chris wird zum Liebling des ganzen Orts: Alle füttern ihn um die Wette und lassen sich anstecken von seiner kugelrunden Zufriedenheit mit sich und dem Leben.

Muriel Spark: Die Blütezeit der Miss Jean Brodie
Zürich: Diogenes-Verlag, 2018
Kein Zweifel, Miss Brodie, Lehrerin an einer Töchterschule in Edinburgh, ist eine Zierde ihrer Zunft und des weiblichen Geschlechts. Mit ihren unorthodoxen Lehrmethoden will sie ihre Schülerinnen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zu kompromisslos selbständigen und romantischen jungen Damen erziehen. Eine von ihnen wird Jean Brodie verraten; doch das hat weniger mit den Lehrmethoden als mit dem Kunstlehrer zu tun, in den Jean hoffnungslos verliebt ist.

Kate Roseland: Mr. Hicks feiert Weihnachten
Hamburg: Wunderlich, 2019
Mortimer Hicks, 72 und seit Jahren verwitwet, legt Wert auf Ruhe, Ordnung und Sparsamkeit. Doch kurz vor Weihnachten gerät seine perfekt organisierte Welt aus den Fugen: Seine Nachbarin schiebt ihm ihren kleinen Sohn in die Tür, mit der Bitte, auf ihn aufzupassen. Dabei verabscheut Mortimer nichts mehr als Kinder, weil sie jedes seiner drei Prinzipien verletzen: Ruhe, Ordnung, Sparsamkeit. Und dann platzt auch noch Gwendolyn in sein Leben, eine resolute und ziemlich propere Museumswärterin. Unmöglich, wie forsch sie ihn immer zurechtweist! Trotzdem will sie Mortimer nicht aus dem Kopf gehen. Ohnehin ist ihm in letzter Zeit oft so anders, er leidet unter Schwächeanfällen und seltsamen Visionen. Wird er langsam senil? Oder ist das etwa ...Liebe? In seinem Alter?