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»Literaturtreff«

Eine Empfehlung für alle Freunde der schönen Literatur!

Die im Abonnement wöchentlich in Blindenkurzschrift erscheinende Zeitschrift »Literaturtreff« stellt ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen vor.

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Bücherauswahl 2020

(Wir behalten uns Änderungen vor.)

Evison, Jonathan: Eine fast perfekte Ehefrau
Kiepenheuer und Witsch, 2017
Eine Kreuzfahrt bringt späte Wahrheiten ans Licht. Als Bernhard, mit dem sie 55 Jahre verheiratet war, stirbt, geht Harriet auf Kreuzfahrt nach Alaska – eine Reise, die Bernhard offenbar heimlich für sie geplant hatte. Auf dem Schiff, dessen Buffets und Riten sie überfordern, und an der Seite ihrer Tochter überdenkt Harriet ihr Leben und stellt fest, dass vieles anders war, als sie sich eingeredet hat.

Camilleri, Andrea: Jagd nach einem Schatten
Nagel und Kimche, 2018
Samuel Ben Nissim Abul Farag ist ein blitzgescheiter Junge, Sohn und ganzer Stolz des Rabbi Nissim. Durch kuriose Umstände landet er in einem Konvent, wechselt vom Judentum zum Katholizismus und nimmt an der Priesterweihe einen neuen Namen an: Guglielmo Raimondo Moncada. Er wird nach Rom bestellt und zelebriert 1481 die Karfreitagsmesse vor Papst Sixtus IV. Dann aber begeht der Priester »einen schwerwiegenden Fehler«. Er muss fliehen und taucht erst Jahre später wieder auf; diesmal als Flavio Mitridate, der den jungen Pico della Mirandola unterrichtet. – Ein Fundstück, wie geschaffen für Andrea Camilleri, der seine Faszination für die geheimnisvolle Figur nahtlos auf den Leser überträgt.

Klaußner, Burghart: Vor dem Anfang
Kiepenheuer und Witsch, 2018
April 1945. Es sind die letzten Stunden, bevor die Hölle losbricht in Berlin und der Häuserkampf beginnt. Die letzten Tage, bevor alles vorbei ist. Der Krieg. Das Gebrüll und Geschrei, die Befehle und die Angst. Aber vorher müssen Fritz und Schultz noch einen Auftrag erfüllen. Und der führt sie mitten hinein ins Zentrum der Gefahr. Burghart Klaußner erzählt in seinem Romandebüt von zwei Männern, die es geschafft haben, den Krieg zu überleben, indem sie den Kopf unten hielten. Und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte – einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder.

Selvon, Samuel: Die Taugenichtse
Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2017
Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit.

Hein, Jakob: Die Orient-Mission des Leutnant Stern
Galiani Berlin, 2018
Deutschland im Ersten Weltkrieg: Für einen schnellen Sieg soll das verbündete Osmanische Reich den Dschihad ausrufen. Wenn sich die Muslime gegen die Briten und Franzosen, ihre Kolonialherren, erheben, werden diese kapitulieren müssen – eine unglaubliche, historisch verbürgte Geschichte. Im Zentrum des Romans steht der Jude Edgar Stern (Edgar Stern-Rubarth 1883 bis 1973), ein begabter deutscher Offizier, und seine abenteuerliche Zugfahrt mit 14 muslimischen Gefangenen, getarnt als Zirkustruppe, die aus diesem Anlass in Konstantinopel freigelassen werden sollen.

Schreiber, Claudia: Goldregenrausch
Kein und Aber, 2018
Marie Lenz, das jüngste Kind einer hart arbeitenden Bauernfamilie, wächst unter den widrigsten Umständen auf. Mütterliche Liebe umgibt sie nur kurz: Die Mutter verliert sich höchstens noch in Fantasien eines leidenschaftlichen Lebens, ihre Tochter vernachlässigt sie bald komplett. Die verstoßene Tante Greta soll sich um Marie kümmern. Nur sehr langsam nähern sich die beiden einander an, denn sie teilen ähnliche Schicksale und eine besondere Beziehung zu Pflanzen. Doch gemeinsam werden sie so stark, dass sie vor Vergeltungsschlägen nicht länger zurückschrecken, um das Glück schließlich doch noch zu finden.

Leo, Maxim: Haltet euer Herz bereit : eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne, 2011
Deutsche Geschichte als Familiengeschichte, als Kette von Zufällen, aber auch als Lebensgeschichten von Menschen, die in der DDR das Gute und Neue aufbauen wollten – davon berichtet der Autor, benutzt Tagebücher, Briefe, führt Gespräche und vor allem erzählt er spannend.

Beston, Henry: Das Haus am Rand der Welt
Mare-Verlag, 2018
September 1926. Henry Beston bezieht ein kleines Holzhaus am Meer, das er sich im Jahr zuvor hat bauen lassen, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Geplant waren zwei Wochen, doch er bleibt ein ganzes Jahr; ein Jahr, in dem er seine Umwelt auf sich wirken lässt, sie untersucht und auf diese Weise verstehen lernt. Beston hält sämtliche Beobachtungen in Notizbüchern fest, er beschreibt das Gesehene und Erlebte farbig und detailliert: den Zug der Seevögel, den Rhythmus von Ebbe und Flut, die Formen der Dünen und der Wellen, die Geräusche der Brandung und sogar den Wandel der Gerüche im Laufe der Jahreszeiten.

Castel, Lucie: Weihnachten wird wunderbar
Thiele & Brandstätter, 2018
Weil das Leben voller Überraschungen ist, sind die beiden Schwestern Scarlett und Mélanie am Tag vor Heiligabend nicht auf dem Weg nach Hause in die Bretagne, sondern sitzen am Flughafen von Heathrow fest: Wegen eines Schneesturms sind alle Flüge verschoben. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem ihr Vater gestorben ist und sie ihre Mutter auf keinen Fall an Weihnachten allein lassen wollen. Und weil in Scarletts Leben immer alles schiefgeht, benutzt sie aus Versehen die Herrentoilette und trifft dort auf Willam, einen distinguierten englischen Gentleman, der sich einen ironischen Kommentar nicht verkneifen kann und ansonsten die Ruhe bewahrt. Als nach Stunden des gemeinsamen Ausharrens klar wird, dass der Flugverkehr eingestellt ist, lädt William die beiden Schwestern höflich ein, die Weihnachtstage in seinem Haus in Kensington zu verbringen. Doch dann steht unerwarteterweise Williams ganze englische Familie vor der Tür – Auftakt zu einem völlig verrückten Weihnachtsfest, das an gefühlsmäßigen Verwicklungen und tragikomischen Überraschungen nicht zu überbieten ist und an dessen Ende sich wundersamerweise zwei Hände unter dem Mistelzweig finden …